Die Ardennen Offensive - Sturm auf die Nordfront (Teil II) - Entscheidung in Rocherath / Krinkelt

Die Ardennen Offensive - Sturm auf die Nordfront (Teil II) - Entscheidung in Rocherath / Krinkelt

Basics

Soft cover, 8.5"x11", ~270 pages, black & white photographs and color photographs, maps, copies of original documents.

Einführung

Über die Ardennenoffensive ist bereits viel geschrieben und berichtet worden. Hans Wijers hat mit seinem Buch ”Die Ardennen-Offensive – Sturm auf die Nordfront - Entscheidung in Krinkelt - Rocherath“ - und dies sei gleich vorweg gesagt- eine überaus anregende und wertvolle Aussagen- sammlung zusammengestellt. In akribischer Kleinarbeit ist es ihm gelungen, die vielen Veteranen - Aussagen und Berichte miteinander zu bündeln und terminlich aufeinander abgestimmt, anschaulich zu ordnen.

Wenn auch die vielen auftauchenden Truppenteilbezeichnungen im ersten Augenblick verwirrend erscheinen mögen, so erkennt man nach kurzer ”Einlesezeit“ doch schnell die Zuordnung der Personen zu ihrer militärischen ”Heimat“.

Auch die zeitgleiche Gegenüberstellung der Kontrahenten bei den einzelnen Kampfhandlungen ist vortrefflich geglückt. Hervorheben möchte ich besonders, dass bei den Schilderungen nicht die Ansicht von abgehobenen Heerführern und Strategen in den Vordergrund gestellt wurde, sondern das Erleben des kämpfenden Mannes zu Worte kam. Das Schicksal des schlichten Kämpfers, mit all seinen Ängsten, Hoffnungen und Bangen - in seinem, von ihm überschaubaren Bereich - macht diese Schilderungen so menschlich und glaubhaft. Die Landser auf beiden Seiten erlitten das gleiche Schicksal: Kälte, Hunger, Verlust von Kameraden, Verwundung und Tod, machtlos gegenüber dem “friendly fire“ - aber auch Zusammenhalt in der Gemeinschaft, Verläßlichkeit auf Kameraden usw. - da gab es keinen Unterschied.

Und diese Tatsachen machen die Berichte so lesenswert. Erfreulich ist auch, daß keine besser- wisserischen politischen Wertungen in diesem Tatsachenbericht eingeflossen sind denn die waren im Truppenalltag ohnehin bedeutungslos. Zu den Details der Schilderungen der ersten Kampftage in diesem Bereich kann ich nicht Stellung nehmen, da ich als junger Panzersoldat weiter südlich im Rahmen der 5. Panzer-Armee bei der Überquerung der Our eingesetzt war. Bestätigen kann ich in jedem Fall, daß die mangelhafte und unzureichende Erkundung - bedingt durch die strikte Geheimhaltung und Verschleierung deutscherseits - vor Angriffsbeginn zu hohen Verlusten geführt hat und dass die US -Truppen völlig ahnungslos waren und überrascht wurden, als der Kampf begann. Meine Empfehlung: Diese Abhandlung ist gekonnt recherchiert und kann jedem Interessenten weiterempfohlen werden.

anach kam die Schlacht um den Hürtgenwald. Es war eine miserable und heimtückische Angelegenheit. Der tägliche Vormarsch kam nur Meter um Meter voran und die Kämpfe gingen von Baum zu Baum. Schlamm und das Fehlen von Strassen beschränkten den Einsatz mit Panzern. Der dichte Wald begrenzte die Sicht, beschränkte die Artillerieunterstützung und erhöhte die Gefahr von berstenden Bäumen. Du gingst in den Kampf mit dem was du hattest oder tragen konntest. Die Verluste waren hoch. Nachdem alle Operationsziele eingenommen waren, wurde die 1. Infanterie-Division am 7. Dezember 1944 abgelöst und nach Aubel in Belgien verlegt, um Ersatz an Soldaten und Ausrüstung zu erhalten.

In Aubel war es friedlich und ruhig. Heiße Duschen und warmes Essen, saubere Kleidung und gutes Bier waren begehrt. Die Ausrüstung wurde gereinigt und repariert und der Ersatz wurde ausgebildet und integriert. Diejenigen, die erschöpft aus dem Kampf kamen, hofften niemals mehr die Anblicke, das Getöse und den Geruch des Kampfes miterleben zu müssen. Die ganzen Kampfhandlungen in der Vergangenheit waren nur die Probe für das, was nun kommen sollte. Wir hatten noch nicht die Worte ’Bulge’ oder ’Ardennen’ gehört, doch wir sollten...es war unvermeidlich. Allzu früh wurden wir in den Kessel geworfen, der ’Battle of the Bulge’ (’Schlacht um die Beule’) genannt wurde. Wir fanden unseren eigenen kleinen Platz in der “Hölle von Bütgenbach“ und sie wurde die ’Heiße Ecke’ genannt. Die Deutschen kannten die Ardennen, sie waren zuvor ein- oder zweimal durch sie hindurch gekommen. Jetzt mussten sie schlechtes Wetter, schlechte Strassen und die Amerikaner vor ihnen fürchten.

Es gab gute Tage und schlechte Tage im Kampf. Ein guter Tag war, wenn du aus deinem Schützenloch heraus geklettert warst oder den Gefechtsstand verlassen hattest und keiner auf dich schoss. Ein schlechter Tag, und jeder der im Kampf war, hatte einen solchen erlebt, war, wenn Männer ausfielen oder verwundet wurden, Panzer eine Kette abwarfen, kein Benzin mehr hatten oder du keine Munition mehr hattest. Die Ardennenschlacht war eine Serie von guten Tagen und einigen wirklich schlechte Tage - für beide Seiten.

Als mein Bataillonskommandeur seinen Befehl zum Angriff mit den Worten ’Meine Herren wir kämpfen und sterben hier’, abschloss, wusste ich, dass bald schlechte Tage kommen würden. Was ich nicht wusste, dass es Tag für Tag die ’Hölle von Bütgenbach’ wurde. Wir hätten eventuell unseren Auftrag ausführen können, doch die deutsche Armee war entschlossen, jeden Tag zu einem schlechten Tag zu machen.

Viele Bücher wurden über die Ardennenoffensive geschrieben, einige sehr genau, andere nicht. Autoren und Historiker verwenden oft öffentliche Berichte als Hauptquellen für ihre Arbeit. Sie sind manchmal gefiltert, viele Male geschrieben und abgeschrieben, um den Zustand eines Bataillons, Regiment, Division oder Korpskommando zu reflektieren. Es muss daran erinnert werden dass von Bataillonen oder Regimentern geschriebene Berichte aus der Sicht der ’Schützenlöcher’ ihrer Kommandeure verfasst wurden. Der Blick aus diesem Schützenloch spiegelt die Sicht nach Berichten der Zugführer und Kompaniekommandeure in der Frontlinie im Kampf wieder. Stabsoffiziere von Bataillonen oder Regimentern verwandten Beobachtungen aus erster Hand für Berichte, die verschiedene Sichtweisen aus verschiedenen Schützenlöchern beschrieben. Meine und deine Berichte sind unsere persönlichen Eindrücke von Geschehnissen an der Front, links, rechts und hinter unseren Schützenlöchern.

Als Kommandeur einer Fronteinheit kann ich nicht genügend gute Dinge sagen über unseren Nachschub. Die Geschützbedienungen der Panzerabwehrkanonen prägten die Worte ’Kein Opfer zu groß’. Die Panzer und Panzerjäger, die häufig unterlegen waren, versagten nie ihre Hilfe und die unterstützenden Granatwerfer-Einheiten boten nahezu immer präzises und rechtzeitiges Feuer an. Und die Artillerie- Unterstützung; man kann nicht genug sagen, wie hervorragend sie war. Tag für Tag und Auftrag für Auftrag brachten sie tödlich genaue und verheerende Salven in die Reihen des Feindes. In vielen Fällen retteten sie für uns den Tag und halfen, ihn für die andere Seite zu einem schlechten Tag zu machen.

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